2023, das Jahr der Chancen

24. Januar 2023

Die Finanzmärkte sind angeschlagen. Bevor sich daran etwas ändert, steht Anlegern eine schwierige Zeit bevor. Aber das Licht am Ende des Tunnels wird ab dem zweiten Halbjahr heller.


Die Börse blickt stets nach vorne, wägt ab und bewertet. Für Unsicherheit gibt es einen Abschlag, für Euphorie wird eine Prämie bezahlt. Investoren sollten sich das zu Herzen nehmen und den Blick nach vorne richten. 2022 war für die meisten Anlageklassen ein schwaches Jahr, aber die Unsicherheit dürfte allmählich aus dem Markt verschwinden. Die Entwicklung im Dezember war ein Spiegel des vergangenen Jahres. Der Swiss Performance Index (SPI) hat im letzten Monat des Jahres 3,3 Prozent eingebüsst und vermochte den positiven Trend von Oktober und November nicht fortzusetzen. Auf Jahressicht notiert der Index 16,5 Prozent im Minus. Damit ist der hiesige Aktienmarkt in guter Gesellschaft. Die meisten Börsen weltweit haben im vergangenen Jahr zweistellig eingebüsst.

Weil die Zinsen aufgrund der hohen Inflation stark angestiegen sind, büssten auch festverzinsliche Anlagen stark ein. Das schmerzt. Trotzdem bringt es nichts, dieser Entwicklung nachzutrauern, denn die Aussichten sind intakt. 2023 wird das Jahr der Opportunitäten. Allerdings werden diese erst im Jahresverlauf zu Tage treten. Ab der zweiten Jahreshälfte dürfte das Licht am Ende des Tunnels heller werden.

Attraktivere Obligationen

Die Zinsen, die Investoren auf Obligationen erhalten, sind wieder attraktiv. So rentieren Schweizer Staatsanleihen über das gesamte Laufzeitenspektrum wieder positiv. Noch vor einem Jahr war der Ertrag, egal für welche Laufzeit, negativ. In einem Umfeld, indem die Wirtschaftsdynamik nachlässt und die Finanzierungskosten stark angestiegen sind, bevorzugen wir nach wie vor qualitativ hochwertige Obligationen.

Nicht eindeutig ist das Bild an den Aktienmärkten. Zwar ist die Korrektur weit fortgeschritten – aber nicht abgeschlossen. Noch immer rechnet der Markt mit einem durchschnittlichen Gewinnwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich, was aufgrund der gedämpften Wirtschaftsentwicklung zu optimistisch ist. In den kommenden Wochen dürften deshalb die Gewinnschätzungen der Unternehmen nach unten revidiert werden und so die Kurse drücken. Deshalb ist vorerst noch mit starken Schwankungen zu rechnen.

Gefragt bleiben aktuell defensive Titel etwa aus dem Gesundheits-, Versorger- und Basiskonsumgütersektor. Unternehmen aus diesen Branchen verfügen über stabile Zahlungsströme und schütten eine attraktive Dividende aus. Weil der Schweizer Aktienmarkt in diesen Bereichen sehr gut vertreten ist, halten wir an unserer neutralen Gewichtung fest. In allen anderen Regionen sind wir untergewichtet. Die vorsichtige Positionierung und das Übergewicht der Liquiditätsquote verleihen Anlegern den nötigen Handlungsspielraum, um sich ergebende Chancen zu nutzen.

Gold schützt

Zwecks Verbesserung des Risiko-Renditeprofils eines Portfolios gehört 2023 auch Gold in ein Portfolio, um Schwankungen zu reduzieren. Als Inflations- und Krisenschutz hat es auch im abgelaufenen Jahr wieder einmal seine Aufgabe erfüllt. Vor Inflation schützen auch Immobilien. Nach einem Kurseinbruch sind die Agios, also die Kursaufschläge gegenüber dem Verkehrswert, dahingeschmolzen. Damit sind die Bewertungen wieder attraktiv. Das knappe Angebot, die Zuwanderung und der anhaltende Wunsch, die eigene Wohnsituation zu verbessern, führen dazu, dass die Nachfrageseite intakt ist und die Immobilienpreise trotz höherer Zinsen weiter steigen.

Der Schweizer Franken dürfte weiter zur Stärke tendieren. Aufgrund der im Vergleich zum Ausland niedrigeren Inflationsraten behauptet er seine Rolle als Fels in der Brandung und schützt vor Kaufkraftverlusten. Dagegen scheint der Euro-Franken Kurs seinen Kampf gegen die Parität im Sommer vorerst verloren zu haben. Auf Jahressicht erwarten wir keine nachhaltige Erholung der europäischen Gemeinschaftswährung, vielmehr ist mit einer weiteren Abschwächung zu rechnen.

Frau prüft am Bildschirm eine Statistik

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